RUMprobieren - Julian Breyer
Warum nicht mal RUMprobieren und etwas Neues entdecken

Auténtico Nativo Overproof 108

„Oh wie schön ist Panama“ (ja das hatte ich auch schonmal vor gut einem Jahr…) (Buch von Janosch, 1978).

Aber mal im Ernst, es gibt einige Abfüllungen aus diesem Land, die sind einfach mega trinkenswert.

Vor einiger Zeit habe ich hier mal über den Companero Panama Extra Anejo geschrieben, dazu auch angedeutet, welche Story damit (zumindest passiv) verbunden ist.
Wer das nochmal nachlesen will, der Link zum Artikel steht ganz unten, hier geht es jetzt aber erstmal um:

- Auténtico Nativo Overproof 108 – Panama

Im oben bereits angesprochenen Artikel beschrieb ich ein Erlebnis in Prag. Nach einem „anstrengenden“ Tag versackten wir in einer Metal Kneipe mit Durst. Man will was Neues probieren, im wahrsten Sinne RUMprobieren, und das kommt dabei heraus.

Jedes Mal, wenn ich diesen Rum im Glas hatte und habe, denke ich an dieses Erlebnis zurück, genauso wie mich mein Santiago de Cuba 12yrs an meine Flitterwochen erinnert (andere Geschichte, anderer Bericht ).

Hatte ich zudem in den letzten Jahren meine Probleme mit der Beschaffung des Nativo, bin ich jetzt umso glücklicher, dass ich ihn in Deutschland bekomme zu einem fairen Preis (fair vor allem bezüglich der Versandkosten…).

Wer den Companero kennt, wird sich bei diesem Tropfen denken „Momentmal, kenn ich doch…“ und das ist definitiv nicht von der Hand zu weisen.
Beide kommen mit einer mega Wolke Kakao, bzw. dunkler Schokolade in die Nase. Witzig, was es doch für Zufälle gibt, wobei ich hier definitiv nicht an einen Zufall glaube, sondern dass hier ganz oder zumindest teilweise ein erheblicher Anteil des Blend, denn den haben wir hier, aus derselben Destille und Lagerung kommt.
Ein wenig Holz und Nuss schwingt noch mit, leichte Röstaromen steigen noch in die Nase. Im direkten Vergleich wirkt der Nativo etwas milder, nicht ganz so scharf wie der Companero.

Geschmacklich dann wie der Vergleichs-Rum sehr kräftig (mit 54%vol auch ne ecke mehr als ein Standard-Rum mit ca. 40%vol), wobei auch hier der Nativo etwas ausgeglichener wirkt, wenn auch nur minimal. Ein intensiver Geschmack von Schokolade/Kakao breitet sich im Mund aus, man hat das Gefühl, ein Brownie wurde hier im Glas aufgelöst. Gottseidank fehlt dazu die Süße, ansonsten hätte ich mir Gedanken gemacht

Leider ist der Abgang dann schnell verflogen, es bleibt eine ganz leichte Restnote von Kakao mit einem holzigen Beigeschmack.

Objektiv betrachtet ist der Nativo ein gelungener Rum, der einem eine Kakaoexplosion auf die Zunge zaubert.

Subjektiv bin ich der Meinung: Geiles Zeug

Dadurch, dass ich hier wie oben beschrieben vorbelastet bin, sollte man meiner subjektiven Meinung mehr Gewicht geben

Noch mehr freut mich, dass der Nativo Overproof noch zwei Brüder hat (15yrs und 20yrs) und wie es der Zufall will, haben beiden den Weg in meinen Bestand gefunden, daher seid gespannt.

Damit entschwinde ich erneut in die Nacht, denke an flüssige Schokolade und frage mich, was ich wohl als nächstes trinken werde.


Cheers! :-)